PRODUKTIONEN

Eine Übersicht über Antje Pfundtners Produktionen – “solo” und “in Gesellschaft”.


TIM ACY

TIM ACY ist zur 9. Tanzplattform Deutschland eingeladen, die vom 23.-26. Februar 2012 in Dresden stattfindet.
„Wer bin ich? Wer weiß es?“
Die Frage nach der Identität ist für Antje Pfundtner stets ein Akt der Kommunikation. In ihrem Stück stellt sie sich dieser persönlichen Frage mit viel Selbstironie. Sie geht der Kunst, dem Tanz und insbesondere dem Solotanz auf den Grund und forscht nach seinen Gesetzmäßigkeiten und Erzählweisen. Dabei widmet sie sich der Frage, ob die dem Solo zugrunde liegende Intimität eine bloße Strategie sei, um die Komplizenschaft des Publikums zu gewinnen.

Foto: Simone Scardovelli

In „TIM ACY“ erkundet Antje Pfundtner die Wege der Selbstrepräsentation und setzt die Lesbarkeit ihrer Person aufs Spiel. Enthüllt wird ein schillerndes Porträt, das sich aus dem erwartungsvollen Blick des Publikums speist.
„Aus der Spannung zwischen den unterschiedlichen Realitäten entwickelt sie ihre Kunst, zeigt die Auseinandersetzung einer Künstlerin, die den Glauben an die ureigene Kraft des Tanzes und des Theaters nicht verloren hat, dessen Mechanismen sie dennoch kritisch reflektiert, deren uralte Sprachen von Poesie und Magie sie mittels zeitgenössisch künstlerischer Strategie neu verhandelt.“  Irmela Kästner

Foto: Simone Scardovelli

Von und mit: Antje Pfundtner
Musik: Sven Kacirek
Dramaturgie: Anne Kersting
Ausstattung: Sabine Kohlstedt, Yvonne Marcour
Licht: Michael Lentner
Produktionsleitung: DepArtment

Dauer: 55 Minuten
Uraufführung: 28. April 2010, Kampnagel Hamburg

Eine Produktion von Antje Pfundtner. Koproduziert durch: Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, OisNotAcCompany/Linz 2009. Gefördert durch: Nationales Performance Netz aus Mitteln des Tanzplans Deutschland der Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW.


RES(E)T

In ihrer neuen Produktion RES(E)T organisiert die Hamburger Choreographin Antje Pfundtner einen Prozess der Wiederverwertung von weggeworfenen Ideen. Den Müll, der beim Selektionsprozess des Choreographierens entsteht, sammelt sie ein und kompostiert ihn zu einer neuen choreografischen Creation.

Foto: Simone Scardovelli

Diese Wiederverwertung reflektiert die Suche der Künstlerin nach der Essenz von Choreographie oder Ideen. Indem sie eigenen und fremden Müll durchsucht, stellt sie den prozessualen Charakter von Kunst aus und präsentiert dem Publikum verblüffende Recyclingprodukte: „Ich war eine Choreographie von Antje Pfundtner“.

(Premiere: 2008)


inDeckung

Die Choreografin und Tänzerin Antje Pfundtner setzt sich in ihrem neuen Ensemblestück mit dem Phänomen der Tarnung und Täuschung als menschliche Verhaltensweisen aber auch als Bestandteil der Bühnensituation im Tanz auseinander.

Wer das positive Bild bewahren will, das er im Laufe seines Lebens von sich, seinen Fähigkeiten und Zukunftsaussichten geschaffen hat, wird sich gegen Informationen schützen, die diese ungebrochene Lebensperspektive in Frage stellen. So liegt die Kunst des alltäglichen Überlebens in der Fähigkeit, im Spiel der Tarnungen und Illusionen den schönen Schein vom düsteren Abgrund zu unterscheiden.

Als Künstler auf der Bühne ist man ausgestellt, in exponierter Lage. Man findet keine Zuflucht, es sei denn man lügt. In welcher Situation gehe ich in Deckung? In welchen würde ich laut in Deckung rufen, um anzugreifen? Wofür schäme ich mich? Wo drückt sich diese Deckung im Körper aus? Der Ausweg ins Absurde oder in eine andere Welt, in andere Wesen, eröffnet uns viele Möglichkeiten unsere Mängel und Ängste zu desillusionieren und sie zu nutzen.

Foto: Olaf Reinecke

(Premiere: 2007)


Outlanders

Das Wort „Outlanders“ gibt es nicht, ebenso wenig die „Heimat“, die, um sich auf Bernhard Schlink zu beziehen, ein „Nicht-Ort“ ist, ein Ort der Sehnsucht, der immer da ist, wo man selbst nicht mehr ist.

Die Ankunft an einem fremden Ort, die Fragen nach Orientierung, das quasi „am Körper“-Erfahren von kultureller Differenz in Sprache, Verhalten und Bewegungscodes, die Problematik des Verständigens, Interpretierens und (Miss-)Verstehens dienten als Ausgangspunkte der gemeinsamen choreographischen Arbeit an „Outlanders“.

Im Prozess ging es dabei nicht allein um einen künstlerischen oder kulturellen Austausch, sondern um eine grundlegende/erweiterte Untersuchung von Verstehen und Missverstehen und der damit verbundenen Schwierigkeiten/Problematiken/Komplikationen.

Welche Umstände machen den Outlander zum Outlander? Und wann ist man nicht mehr fremd und warum bleibt einem Einiges immer fremd?

(Premiere: 2007)


selbstinschuld

Jede Geschichte hat einen wichtigen Punkt und das ist der Punkt der Entscheidung. Jeder Mensch hat eine eigene Geschichte und ist für diese allein und selbst verantwortlich. Ständig werden neue Ideen und Geschichten geboren – keine ist jedoch ohne Mängel.


Foto: Iris Terzka

Wir sind – und deshalb sind wir „selbstinschuld“:
Wir kennen alles.
Wir sind alle dabei.
Wir sind alle allein.

Wir sind alle „selbstinschuld“:

If you can’t fix it – feature it!

In every story there is an important moment, the moment of decision. Hence everyone has his own story and is responsible for it. New ideas and stories are born constantly – there are always shortcomings – we are ourselves and therefore in our own fault. We know everything. We’re all in on it. We’re all alone. We are all in our own fault.
If you can’t fix it – feature it!

(Premiere: 2005)


EigenSinn

„Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen; und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen.“ Folgt man dem Text des Märchens „Vom eigensinnigen Kind“, dann gehört Eigensinn scheinbar zu den Eigenschaften, die hart bestraft werden. Andererseits lässt sich der Eigensinn nicht unterkriegen – jeder hat ihn. Aber weiß auch jeder um seinen „eigenen Sinn“?
Antje Pfundtner erzählt in ihrem Solo „EigenSinn“ verschiedene Geschichten, die mit der Dialektik von „innerer“ und „äußerer“ Wahrnehmung spielen.

Der Wunsch wahrgenommen und verstanden zu werden bis hin zur Eitelkeit bilden dabei den Ausgangspunkt für eine radikale und ironisch erfrischende Selbstbefragung. Gleichzeitig erforscht Antje Pfundtner das Medium des Geschichtenerzählens als einen Bereich, in dem durch die Mischung tänzerischer und sprachlicher Ausdrucksformen eine unmittelbar sinnliche Wahrnehmung möglich wird. Dadurch wird das Potential zur Wirkung gebracht, den scheinbar offen zu Tage liegenden Sinn einer Geschichte auf Seiten der Zuhörer und Zuschauer in Frage zu stellen.

Foto: Iris Terzka

(Premiere: 2003)


überMutter

Frauen verschiedener Länder tanzen über ihre Mutter.
Interkultureller Tanzaustausch über das Thema „Mutter“, dem sich niemand entziehen kann und das auf die Gesellschaft zurückschlägt.

5 Frauen aus 5 verschiedenen Ländern (Spanien, Ecuador, Mexiko, Polen und Deutschland) werden ganz individuell ein Tanzsolo über das Thema Mutter erarbeiten, welches dann choreographisch in einen Rahmen gesetzt wird, in dem sich die Frauen begegnen und die Soli ein Stück bilden.

Trinidad Martinez, Renata Cizek, Nathalie Elghoul Haboud , Yolanda Gutiérrez und Antje Pfundtner (auch Konzept ) setzen sich mit einem uralten, teilweise unterschätzten und immer noch, vielleicht mehr denn je, aktuellen Thema auseinander, dem sich kein einziger Mensch entziehen kann.
Die Bedeutung und Rolle der Mutter, die bereits schon in den 60er und 70er Jahren in der Frauenbewegung verstärkt diskutiert wurde, ist doch noch stets unklar definiert und wahrscheinlich lässt sich diese komplexe „Rolle“ auch gar nicht genau definieren.
Was verstehen wir also ganz persönlich unter “Mutter“ bzw. wie verstehen wir unsere Mutter? Und wie sehen junge Frauen die Beziehung zu ihrer Mutter in der heutigen Zeit?
Interessant an diesem Projekt ist auch der interkulturelle Aspekt, da die 5 Frauen aus den 5 verschieden Ländern eine jeweils unterschiedliche Betrachtungsweise inhaltlich und darstellerisch mitbringen. Nicht zu vergessen der Austausch im Tanz, denn „gerade die Tanzkunst besitzt auf besondere Weise die Kraft, dieses globale Phänomen emotional ganzheitlich zu vermitteln.“
Die 5 Frauen treten unter dem Namen der „Magpai Production Group“ auf, die in Hamburg bereits mit anderen Stücken erfolgreich war.

(Premiere: 2001)


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