nimmer & nimmermehr (2015)

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Premiere: 8. Mai 2015, Kampnagel Hamburg

Ist eine Aufführung anders je nachdem, ob Kinder oder Erwachsene sie sich ansehen? Und kann man die Erwartungen eines jungen Publikums etwa besser vorausahnen und erfüllen, als die einer erwachsenen Zuschauerschaft?

Die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner erforscht die Schnittstellen und Differenzen beider Zielgruppen und widmet sich mit dem Projekt „nimmer & nimmermehr“ der Frage, wie Erwachsene und Kinder sich eine Aufführung teilen. Kann eine Aufführung zwei so verschiedene Publika tragen und welches Stück entsteht aus der Koexistenz von Kindern und Erwachsenen?

Auf Kampnagel Hamburg präsentiert Antje Pfundtner die ersten Ergebnisse dieser Fragestellung und die Fortführung ihres (Kinder-)Stücks „nimmer“, das vor einem Jahr, im Rahmen des Projekts „Choreographie der Nachbarschaft“, bei K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg Premiere hatte.

Für „nimmer und nimmermehr“ hat Antje Pfundtner Kinder im Grundschulalter und Erwachsene nach ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem Umgang mit dem Verschwinden befragt.

Jeder von uns kann von Dingen oder Menschen erzählen, die verschwunden sind: auf plötzliche, auf mysteriöse, auf traurige Art und Weise, überraschend oder geplant. Aber wie geht Verschwinden überhaupt, kann man das Verschwinden sehen? In „nimmer & nimmermehr“ teilen sich Kinder und Erwachsene ihre Erinnerungen und begegnen dadurch einander und zahlreichen verschwundenen Dingen.

Idee & Konzept, Choreografie & Performance: Antje Pfundtner
Dramaturgie: Anne Kersting
Musik: Christoph Grothaus
Ausstattung: Yvonne Marcour
Licht: Michael Lentner
Ton: Manuel Horstmann
Künstlerische Assistenz: Juliana Oliveira
Produktion: DepArtment/ Katharina von Wilcke und Hannah Melder
Dramaturgische Beratung: Moos van den Broek

Mit Texten von: Antje Pfundtner und Anaïs Vaugelade, Steinsuppe. Bilderbuch. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. © 2000 Moritz Verlag, Frankfurt/M. www.moritzverlag.de/index.php?article_id=136

„nimmer & nimmermehr“ ist eine zweiteilige Projektreihe in Koproduktion mit Kampnagel Hamburg, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, FFT Düsseldorf und K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg im Rahmen von „Choreographie der Nachbarschaft“ – Ein TANZFONDS PARTNER Projekt. „nimmer & nimmermehr“ wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Kulturbehörde, den Fonds Darstellende Künste e.V., die Hamburgische Kulturstiftung und modul-dance.

Fotos:

Fotos: Anja Beutler

Pressestimmen:

„‚nimmer’ nimmt uns mit in gewagte erzählerische und räumliche Konstruktionen, die von Steinsuppen, vom Schaudern, von einem Skelett, von Schnee und verlorenen Socken handeln. In der Gegenwart der Spielerin, in den Bewegungen und Erzählungen, blitzt die Flüchtigkeit auf. ‚nimmer’ braucht die Geduld der Schauenden: Im musikalisch verdichteten Nebel fällt das Spurenlesen nicht immer leicht, wenn alles was war, was ist, was wird, im selben Moment seine fragile Ordnung im Verschwinden offenbart. Beeindruckend konkret, bemerkenswert direkt, beachtlich anders trägt ‚nimmer’ diese Flüchtigkeit vor, mit einer Leichtigkeit, die ohne Gram über das Verschwundene und Wiedergefundene erzählt. ‚nimmer’ erschafft Momente, in denen wir über die Gegenwärtigkeit der Bewegungen einen unendlichen Raum der sich wiederholenden Vorgänge erkennen. Die Kompositionen des Verwunderlichen, diese Fragen nach dem Verschwinden und Wiederfinden trägt ein Körper in den Bewegungen durch den Raum vor. Antje Pfundtner ist für das Publikum ein spiegelndes Gegenüber, das sich unheimlich nah heranbeugt und dann wieder weit entfernt. Wie ein Vermessungsingenieur ein Gelände kartografiert, so untersucht sie den theatralen Raum immer wieder neu. Sie entdeckt Skurriles, legt allerhand Absurditäten frei, die mal Komödie (Wie kommt ein Kind in einen Kühlschrank?), mal Tragödie (das tanzende Skelett) gekonnt verwebt. Hinter dem Aufdecken und Verborgenhalten scheinen unsere Vorstellungen und Denkmodelle zur Vergänglichkeit durch. Es ist zum Innehalten wie zum aus der Haut fahren.“ Steffen Moor/ Kurator „Augenblick mal!“ Festival 2015

„Warum funktioniert diese scheinbar bescheidene Performance je auf ihre Art bei Kindern und Erwachsenen? Weil, so wie es eigentlich bei allen choreografischen Arbeiten sein sollte, die Kraft im Maß liegt und in der genauen Zuordnung der Dinge. Hier Wort und Raum, da Bewegung und Klang, im Spiel mit der Fantasie als einer Schwester der Wahrheit. Und die ist bekanntlich konkret.“ Boris Michael Gruhl/ tanznetz.de

„Im Nachgang habe ich noch viel über diese Produktion nachgedacht und komme zu dem Schluss, dass sie ein großes Wissen über Kinder als Publikum zeigt. Hier hat die Künstlerin ihr Verständnis des kindlichen Wesens genutzt, um das Verständnis des ‚Theaters für Kinder’ herauszufordern. Sie begegnet den Kindern unter kindlichen Prämissen, aber in einer mutigen, ungewöhnlichen und anderen Form. Und nicht zuletzt begegnet sie dem Ernst der kindlichen Erfahrung von Vergänglichkeit und Verlust auf eine kluge und zugleich originelle Weise.“ Mariken Lauvstad

„Das Label Hoffnungsträgerin soll ihr als Choreografin-Tänzerin gelten, aber es gilt auch – in ihrer Person – stellvertretend für die Künstler, die sich mit einem Stück explizit an ein bestimmtes Publikum wenden. Die Zielgruppe hat einen Namen: Kinder. Trotzdem kann sich in Pfundtners Fall jeder das Stück anschauen. Besser noch: Sollte! Pfundtners ‚nimmer’ ist klug (…), es hat Witz.“ Melanie Suchy/ Zeitschrift „tanz“

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Premiere: May 8th, 2015, Kampnagel Hamburg

Is a performance different depending on whether children or adults watch it? Can you anticipate and fulfill a young audience’s expectations better than an adult audience’s?

The Hamburg choreographer Antje Pfundtner investigates the interfaces and differences between both target groups; in the „nimmer & nimmermehr“ project, she dedicates herself to the question of how adults and children share a performance. Can a performance accommodate such very diverse audiences? What piece results in the presence of both children and adults?

At Kampnagel Hamburg, Antje Pfundtner presents the first results of this investigation and a continuation of her (children’s) piece „nimmer“; it premiered in the context of the „Choreographie der Nachbarschaft“ project at the K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg a year ago.

In „nimmer & nimmermehr“, Antje Pfundtner asked children in grade school and adults about their personal experience and the way they dealt with disappearing.

All of us can tell stories about things or people that or who have disappeared: in a sudden, mysterious or sad way, surprisingly or planned. But how does disappearing work? Can you see disappearance? In „nimmer & nimmermehr“, children and adults share their memories and thus meet one another and a multitude of things that have disappeared.

Idea & concept, choreography & performance: Antje Pfundtner
Dramaturgy: Anne Kersting
Music: Christoph Grothaus
Set design: Yvonne Marcour
Lighting: Michael Lentner
Sound: Manuel Horstmann
Artistic assistant: Juliana Oliveira
Production: DepArtment/ Katharina von Wilcke and Hannah Melder
Dramaturgic advice: Moos van den Broek

With texts by: Antje Pfundtner and Anaïs Vaugelade, Steinsuppe. Bilderbuch. Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. © 2000 Moritz Verlag, Frankfurt/M.
http://www.moritzverlag.de/index.php?article_id=136

„nimmer & nimmermehr“ is a two-part project series in co-production with Kampnagel Hamburg, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, FFT Düsseldorf and K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg in the context of „Choreographie der Nachbarschaft“ – a TANZFONDS PARTNER project. „nimmer & nimmermehr“ is supported by the Freie und Hansestadt Hamburg, Cultural Administration, the Fonds Darstellende Künste e.V., the Hamburgische Kulturstiftung and modul-dance.

Photos:

Photos: Anja Beutler

Press Reviews:

„‚nimmer’ takes us along to daring narrative and spatial constructions that deal with stone soups, cringing, a skeleton, snow and lost socks. Transience suddenly appears in the presence of the performer and in her movements and stories. ‚nimmer’ requires that the audience is patient: in a musically terse fog, reading traces is not always easy when everything that was, that is, that will be in the same moment reveals its own fragile order while disappearing. Impressively concrete, remarkably direct and significantly different: ‚nimmer’ presents us this transience with an ease that tells of what has disappeared and been rediscovered – all without sorrow. ‚nimmer’ creates moments in which we recognize an infinite space of permanently repeating processes in the presence of movements. The compositions of the astonishing – these questions of disappearing and rediscovering – are presented by a body in the movement through space. For the audience, Antje Pfundtner is a mirroring partner that gets unbelievably close and then moves far away. Just like a surveyor maps a territory, she constantly investigates the theatrical space in a new way. She discovers bizarre things and unveils all sorts of absurdities that skillfully intertwine comedy (how does a child get into a refrigerator?) or tragedy (the dancing skeleton). Our ideas of and thought models for transience shimmer through the revealing and hiding. It animates one to pause for a moment as well as bounce off the walls.“ Steffen Moor/ Curator „Augenblick mal!“ Festival 2015

„Why does this apparently unassuming performance work so well for both children and adults respectively? Because – and this should always be the case in choreographic works – power lies in measure and a precise categorization of things. Here words and space, there movement and sound, in a game with fantasy as a sister of truth. And truth is, as we know, concrete.“ Boris Michael Gruhl/ tanznetz.de

„I thought a lot about this performance afterwards and have come to the conclusion that it demonstrates a great knowledge about children as an audience. Here, the artist used her understanding of children’s being to challenge the general understanding of ‚theater for children‘. She meets the children on their own terms, but in a brave, unusual and other form. And finally, she faces the seriousness of children’s assumptions about transience and loss in a smart and simultaneously original way.“ Mariken Lauvstad

„The ‚hopeful’ label should apply to her as a choreographer-dancer, but it also applies – with her as their representative – to all artists who explicitly direct a piece to a specific audience. The target group has a name: children. Still, in Pfundtner’s case, anyone can watch her piece. Better yet: should watch it! Pfundtner’s ‚nimmer’ is intelligent (…), it has humor.“ Melanie Suchy/ Zeitschrift „tanz“