Outlanders (2006)

Foto: Iris Terzka

Uraufführung 2006

Das Wort „Outlanders“ gibt es nicht, ebenso wenig die „Heimat“, die, um sich auf Bernhard Schlink zu beziehen, ein „Nicht-Ort“ ist, ein Ort der Sehnsucht, der immer da ist, wo man selbst nicht mehr ist.

Die Ankunft an einem fremden Ort, die Fragen nach Orientierung, das quasi „am Körper“-Erfahren von kultureller Differenz in Sprache, Verhalten und Bewegungscodes, die Problematik des Verständigens, Interpretierens und (Miss-)Verstehens dienten als Ausgangspunkte der gemeinsamen choreografischen Arbeit an „Outlanders“.

Im Prozess ging es dabei nicht allein um einen künstlerischen oder kulturellen Austausch, sondern um eine grundlegende/ erweiterte Untersuchung von Verstehen und Missverstehen und der damit verbundenen Schwierigkeiten/ Problematiken/ Komplikationen.

Welche Umstände machen den Outlander zum Outlander? Und wann ist man nicht mehr fremd und warum bleibt einem einiges immer fremd?

Pressestimmen:

„Antje Pfundtner und Wen Hui (…), die eine Deutsche, die andere Chinesin, haben einige Wochen lang in Peking mit- und vielleicht auch gegeneinander gearbeitet; wobei ‚Outlanders‘ entstanden ist, ein knapp einstündiges Stück, das mit schrägem Humor und Melancholie von ganz unterschiedlichen Fremdheiten erzählt. (…) Überzeugend verlegen die beiden Choreografinnen die Verunsicherung in die Körper (…).“ Sylvia Staude/ Frankfurter Rundschau

„Zuweilen stoßen die Szenen etwas schroff und kantig aneinander, doch gelingt ‚Outlanders’ das, was mancher Kulturanthropologe erreicht hat, der seine ‚teilnehmende Beobachtung‘ in Literatur verwandelte: Die Konfrontation und das neugierige Studium des Gegenübers in seinem Lebenszusammenhang sind zusammengespannt in einer Art offener Interpretation – in Form von Tanztheater. Und da das Ganze nicht nur ein europäischer Blick auf China, sondern eben auch der Blick der Chinesen auf die ‚lo wai‘ ist, wirkt ‚Outlanders‘ sehr anregend.“ Eva-Maria Magel/ Rhein-Main-Zeitung