Live-Sprechstunden bei den Teilnehmenden der Tischgesellschaft „Wieder da“, 19./20.02.2021, online

Die Teilnehmenden der Tischgesellschaft „WIEDER DA“ (zum Thema „Praktiken der Nachhaltigkeit in der Kunst“) haben sich hier in einer kurzen Audioaufnahme bereits vorgestellt.

Und jetzt können Sie sich auch „live“ mit ihnen austauschen!

Ursprünglich als Workshop-Formate und Zuschauer*innen-Gespräche auf HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste konzipiert, veranstalten unsere Tischgesellschafter*innen diese Begegnungen nun digital – und bieten Live-Sprechstunden an.

Die ersten Sprechstunden finden am Freitag, 19.02.2021 und Samstag, 20.02.2021 statt, weitere Sprechstunden folgen im April.

Da die Sprechstunden (online) live stattfinden, bitten die Gastgeber*innen um Voranmeldung unter: workshop@hellerau.org. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung immer auch den Titel der jeweiligen Sprechstunde an, vielen Dank!

Viel Spaß beim Diskutieren!

FABRICE MAZLIAH, TÄNZER UND CHOREOGRAF
SPRECHSTUNDE AM 19.02.2021, 13:00-17:00


„Acme of Emphasis“

The re-contextualization of something lost but nor forgotten. We invite you to a physical conversation/ exchange on the potential of the work existence.
„Acme of Emphasis“ was created and premiered in Frankfurt in 2017, about 4 years ago. This work had a very short life, disappearing quickly after its first 4 public performances on the stage.

I have since remained very interested in some of the fundamental thematics and questions that were examined and explored in the work and as well about the content and material that emerged from it. Those elements have of course followed me in later creations and process in countless ways but the interest to further explore again the work as it is or in some other forms remained. I have been imagining the piece in different context and formats in order for it to subsist in a way or an other.

Within this Tischgesellschaft „Wieder da!“ format I would like to take the opportunity to look at the work again, as it was left, together with a group of colleagues and artists from the field, with fresh eyes and little preparation. Invite this group of individuals as consultants, in a journey within which we would contemplate and challenge the works potentials. I would like to expose and explore this re-contextualization in a discursive approach through live exchanges, physical experiments, try out, propositions and discussions.

Schedule

13:00-13:30: Short presentation of the piece, concept, thematics, wishes, structure, frame, actual interests
13:30-14:00: Short description of a section and its modalities and performing and exercising of that section and its modalities                                       
14:00-14:30: Discussion with the participants
14:30-15:00: Short description of a section and its modalities and performing and exercising of a second section
15:00-15:30: Discussion with the participants
15:30-16:00: Coffee break
16:00-16:30: Short description of a section and its modalities and performing of a third section
16:30-17:00: Brain storming, open propositions from the participants, try out discussion about potential futur format and existence of the work

Foto: Dominik Mentzos

ANDREA KEIZ, VIDEOKÜNSTLERIN UND -DOKUMENTARIN
SPRECHSTUNDE AM 19.02.2021, 18:00-19:30


„Dokumente recyceln“

Nach einführenden Gedanken um Notizen, Texte, Fotos, Tagebücher, Audiodateien, Videos, möchte ich alle Teilnehmenden bitten, „alte“ eigene Artefakte bzw. Dokumente auszuwählen, um sie anschließend neu zu betrachten, neu zu editieren, neu zu arrangieren, neu zu interpretieren.

Mich interessiert die Frage, inwiefern die Lesart mancher Filme, Fotografien, Dokumente sich im Kontext der Zeit verändert. In der Zeitspanne von ein paar Jahren können sich die gesellschaftlichen Bedingungen so weit geändert haben, dass die Differenz in einer Neubefragung der Daten sichtbar werden kann. In meiner Videoarbeit „Invitation to play (11min)“ (www.grandreunion.net/invitation-to-play-11min/) habe ich zum Beispiel alte Videomaterialien benutzt, um zu einem spielerischen Umgang mit Bildern einzuladen. In meiner Sprechstunde möchte ich jeder und jedem Zeit geben, exemplarisch und spielerisch an einer Neukombination eines oder mehrerer Dokumente zu arbeiten und sich anschließend darüber auszutauschen.

Bringt gerne Experimentierfreude und ein Dokument Eurer Wahl mit!

Foto: Dennis Kuhlow

MICHAEL MÜLLER, KÜNSTLERISCHER LEITER TD BERLIN
SPRECHSTUNDE AM 20.02.2021, 10:30-11:45

„Visionen für Revisionen“

Während Proben meist als offene Entwicklungsphase begriffen werden, stellt die Premiere für eine Vielzahl von Theaterproduktionen eine Zäsur im künstlerischen Prozess dar. Etwas soll zum Abschluss gekommen sein! Jetzt ist die Stunde der Kritik. Danach sind in der Regel im Hinblick auf zeitliche und finanzielle Ressourcen keine komplexeren Arbeits-/ Adaptionsphasen mehr vorgesehen. Es kommt durchaus zu un-/beabsichtigten Verschiebungen, Korrekturen, Anpassungen und manche Arbeiten sind sogar in der Wiederholung prozesshaft angelegt, vollziehen darin aber womöglich ein vor der Premiere angelegtes Schema.

Welches Interesse gibt es im Bereich der darstellenden Künste – seitens Publikum/ seitens Künstler*innen – an umfangreicheren Re-Visionen nach der Premiere? Gibt es vielleicht sogar schon ein Best-Practice Modelle? Können wir uns die Beta-Version einer Premiere vorstellen? Wollen wir das überhaupt? Und wieviel Zeit soll/ kann/ darf/ muss dazwischen liegen, damit wir von einer Re-Vision sprechen können? Stellen wir uns vor, es gäbe eine Re-Visionsförderung. Unter welchen Kriterien sollte sie vergeben werden? Zu was sollte sie wann befähigen? Und was ist mit Re-Vision der Kritik?

Bei den vielen Fragen freue ich mich auf zahlreiche Mit-Diskutierende!

Foto: Privat

MICHAEL HIRSCH, PHILOSOPH, POLITOLOGE, KUNSTTHEORETIKER, AUTOR
SPRECHSTUNDE AM 20.02.2021, 12:30-14:00

„Über beschränkte und allgemeine Ökonomie“

Ausgehend von Marx’ These vom Kapitalismus als Überproduktions- und Unterkonsumtionskrise fragen wir: Welche Gedankenmodelle und welche Strategien gibt es gegen die Überproduktionskrise im Kulturbereich? Zum einen geht es grundsätzlich um die theoretische Infragestellung der Produktions- und Lebensweise von uns Kulturarbeiter*innen. Zum anderen um spezifische ästhetische Strategien ihrer Umgestaltung (um dem allgemeinen Produktions- und Rechtfertigungszwang sowie der damit einhergehenden Entfremdung zu entgehen). Dazu gehören Gedankenfiguren und Praktiken von Wiederholung und Wiederaufführung im Sinne eines Versuchs, dauerhaftes und nachhaltiges Arbeiten einzuüben: eine andere Zeitlichkeit und Sozialität als lineare Zeitlichkeit und entfremdete Sozialität der rastlosen Projektemacherei.

Mit Georges Batailles Gedankenmodell der Unterscheidung von beschränkter und allgemeiner Ökonomie möchte ich fragen: Wie können im Bereich der kulturellen Arbeit Einzelne und Institutionen Zeit, Wissen, Ressourcen und Beziehungen besser teilen: zugleich sparsamer, transparenter und fairer – und großzügiger, verschwenderischer und schöner? Die These ist, dass dazu ein anderes Berufsethos gehört: anti-professionell (aber nicht unprofessionell).

Als Grundlage unserer gemeinsamen Diskussion biete ich vorab den obigen, 10-minütigen Podcast an.

Foto: Marianne Parsch

PROF. DR. PATRICK PRIMAVESI, PROFESSOR FÜR THEATERWISSENSCHAFT LEIPZIG UND DIREKTOR TANZARCHIV LEIPZIG
SPRECHSTUNDE AM 20.02.2021, 16:00-17:45

„Die Mit-Teilung des Archivs: Recycling als kulturelle Praxis“

Archive dienen längst nicht mehr nur dazu, Dokumente und Materialien aufzubewahren, um historische Forschung zu ermöglichen. 

Diesem traditionellen Verständnis gegenüber hat sich neuerdings – gerade auf dem Feld von Tanz und Performance und verstärkt von der wachsenden Bedeutung digitaler Umgebungen – die Idee des sich mitteilenden und produzierenden Archivs verbreitet. Dessen Arbeit geht weit über die Erhaltung und Zugänglichmachung von Dokumenten hinaus, besteht zugleich in der Verknüpfung und Vermittlung des darin angelegten Wissens, das einer ständigen (Re-)Kontextualisierung bedarf. Noch weiter geht die Aneignung des Archivarischen als einer künstlerischen Praxis, die ebenso körperlich sein kann wie das Wiederholen einer Bewegung oder die Erinnerung an intensive sinnliche Eindrücke. 

Angesichts dieser Tendenzen, die in der aktuellen Beschränkung auf digitale Kommunikation noch beschleunigt werden, stellt sich die Frage, inwieweit Archive, Institutionen und Praktiken der Aufbewahrung erweitert werden können mit Impulsen der Mitteilung, des Teilens und des Recyclings. 

Darum soll es gehen in einer offenen Gesprächsrunde mit allen, die sich für das Thema interessieren und die hiermit herzlich eingeladen sind, teilzunehmen!

Foto: Swen Reichhold

KATHARINA VON WILCKE, KULTURMANAGERIN UND KURATORIN
SPRECHSTUNDE AM 20.02.2021, 18:00-20:00 (GEMEINSAM MIT ANNE KERSTING)

„It’s a Match!“

Welche brennenden Fragen der Kunst und des Lebens liegen uns gerade am Herzen oder auf der Zunge, welche liegen in der Luft oder bereits auf dem Tisch und: Welche Aussichten bieten uns ihre Antworten? In einem 30-minütigen Tête-à-Tête habt ihr 10 Streichholzlängen Zeit, um erste Gedanken aufflackern zu lassen. Bitte habt für das Match mit den Gastgeberinnen Katharina von Wilcke und Anne Kersting eine Streichholzschachtel zur Hand.

Bitte verbindlich anmelden, da es sich um Einzelsitzungen handelt und die Plätze somit begrenzt sind. Vielen Dank!

Katharina von Wilcke: 18:00-18:30/ 18:30-19:00/ 19:00-19:30/ 19:30-20:00
Anne Kersting: 18:00-18:30/ 18:30-19:00/ 19:00-19:30/ 19:30-20:00

Foto: Rivca Rubin

ANNE KERSTING, DRAMATURGIN UND KURATORIN BEI ANTJE PFUNDTNER IN GESELLSCHAFT
SPRECHSTUNDE AM 20.02.2021, 18:00-20:00 (GEMEINSAM MIT KATHARINA VON WILCKE)


„It’s a Match!“

Welche brennenden Fragen der Kunst und des Lebens liegen uns gerade am Herzen oder auf der Zunge, welche liegen in der Luft oder bereits auf dem Tisch und: Welche Aussichten bieten uns ihre Antworten? In einem 30-minütigen Tête-à-Tête habt ihr 10 Streichholzlängen Zeit, um erste Gedanken aufflackern zu lassen. Bitte habt für das Match mit den Gastgeberinnen Katharina von Wilcke und Anne Kersting eine Streichholzschachtel zur Hand.

Bitte verbindlich anmelden, da es sich um Einzelsitzungen handelt und die Plätze somit begrenzt sind. Vielen Dank!

Anne Kersting: 18:00-18:30/ 18:30-19:00/ 19:00-19:30/ 19:30-20:00
Katharina von Wilcke: 18:00-18:30/ 18:30-19:00/ 19:00-19:30/ 19:30-20:00

Foto: Simone Scardovelli