Alles auf Anfang (2018)

Uraufführung: 15. Februar 2018, Kampnagel Hamburg

„… weil jeder Mensch ein Initium ist, ein Anfang und Neuankömmling in der Welt ist, können Menschen Initiative ergreifen, Anfänger werden und Neues in Bewegung setzen.“ Hannah Arendt

Für Jan

„Während ehemals die Forscher, wenn sie auf dem Weg zum Ursprung der Dinge waren, immer etwas von dem zu finden meinten, was von unschätzbarer Bedeutung für alles Handeln und Urteilen sei, nimmt die Bedeutungslosigkeit des Ursprungs zu: während das Nächste, das Um-uns und In-uns allmählich Farben und Schönheiten und Rätsel und Reichtümer von Bedeutung aufzuzeigen beginnt, von denen sich die ältere Menschheit nichts träumen ließ.“ Friedrich Nietzsche

In ihrer Trilogie über Vergänglichkeit befragt Antje Pfundtner in Gesellschaft die Gesetzmäßigkeiten von Zeit. Während „ENDE“ – der erste Teil der Trilogie – sich der Melancholie stellte, die ein bevorstehendes Ende schürt, ist „Alles auf Anfang“ den Anfänger*innen gewidmet:

Sie haben nicht vor, neue Berge zu versetzen, sie werden uns auch nichts Verheißungsvolles versprechen – sie beginnen zu handeln und schauen, was ihr Tun hervorbringt.

Sie fangen so an: Eine kleine Gruppe von Leuten hat etwas für eine große Gruppe von Leuten vorbereitet. Die große Gruppe ist darüber so gerührt, dass sie ganz leise wird und ganz gespannt auf das Ereignis wartet, das nicht eintreten wird. Und dann wagt doch jemand einen ersten Schritt – der Rest bleibt unabsehbar.

Mit „Alles auf Anfang“ macht Antje Pfundtner in Gesellschaft die Theaterbühne zur page blanche und zelebriert, im Beisein vieler Menschen und Mythen, ihre nicht existierende Leere.

Idee & Konzept: Antje Pfundtner in Gesellschaft
Choreografie: Antje Pfundtner
Tanz: Dani Brown, Frank Koenen, Antje Pfundtner, Matthew Rogers, Anna Till
Dramaturgie: Anne Kersting
Musik: Nikolaus Woernle
Bühne: Irene Pätzug
Künstlerische Assistenz: Juliana Oliveira
Kostüme: Yvonne Marcour
Licht: Michael Lentner
Choreografische Assistenz Endproben: Trinidad Martínez
Künstler*innenbetreuung: Angela Kecinski
Mechanik: Lars Vaupel
Unterstützung Bühne: Björn Westpfahl
Produktion: Hannah Melder

„Alles auf Anfang“ ist eine Produktion von Antje Pfundtner in Gesellschaft in Koproduktion mit Kampnagel Hamburg, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden und FFT Düsseldorf. „Alles auf Anfang“ wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kunststiftung NRW und die Hamburgische Kulturstiftung.

Fotos

Fotos: Simone Scardovelli

Presse

„Feinsinnig und humorvoll verhandelt sie Mythisches und Alltägliches, zelebriert die Wiederholung und das Ritual. Und schafft bei all dem eine hohe performative Transparenz. Dass in all dem eine leichtherzige Heiterkeit mitschwingt, ist typisch für Pfundtners ganz eigenwillige Tanzsprache. Sie generiert sich aus einer unnachgiebigen Genauigkeit, einer dringlichen Ernsthaftigkeit und vor allem aus einer entwaffnenden Offenheit, mit und in der Pfundtner und ihr Ensemble arbeiten. Und zwar von Anfang an.“ Katrin Ullmann/ taz

„‚Alles auf Anfang‘, so der Titel der Uraufführung von Antje Pfundtner in Gesellschaft auf Kampnagel. Es ist nach ‚Ende‘ der zweite Teil ihrer Trilogie über Vergänglichkeit. Und erneut haben sich die Hamburger Choreografin und ihr Team dem Thema sehr klug in einer freien Mischung aus Text, Musik, und, ja auch Bewegung gewidmet. (…) Für diese Choreografie gilt: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Annette Stiekele/ Hamburger Abendblatt

„Die Dinge in Frage zu stellen, ist durchaus Antje Pfundtners Sache: Identität als solche, die Aufführungsbedingungen des Theaters, die Funktion des Publikums, die Grenzen zwischen wir und ich. Die einzige Gewissheit hinsichtlich der Arbeiten Antje Pfundtners besteht darin, dass man sich keinen Gewissheiten hingeben sollte. Ihre Performances bieten dem Publikum keine vorgefertigten Schemata. In ‚Alles auf Anfang‘ werden gleich zu Beginn Konventionen über Bord geworfen. (…) Das ist kein Abend, an dem man sich entspannt zurücklehnen kann.(…) Auf nichts und niemanden ist Verlass. Es gibt auch keine vierte Wand, jede Erwartung wird unterlaufen. Alles biegt überraschend in eine andere Richtung ab. Brüche über Brüche. (…) Wenn nichts zusammenzupassen scheint, dann einfach nur deshalb, weil die Dinge nicht zusammenpassen müssen. Die Soziologie spricht da gern von Ambiguitätstoleranz. Und diese Uneindeutigkeiten zu ertragen, ist ein intellektueller Freudentaumel. Es ist nämlich nicht jedem gegeben, derart intelligent eine ganze Stunde lang auf der Stelle zu treten.“ Rico Stehfest/ tanznetz.de

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