Für mich (2018)

Uraufführung: 22. November 2018, Kampnagel Hamburg

Ist eine Aufführung anders, je nachdem, ob Kinder oder Erwachsene sie sich ansehen? Und kann man die Erwartungen eines jungen Publikums etwa besser vorausahnen und erfüllen, als die einer erwachsenen Zuschauerschaft?

Für Antje Pfundtner in Gesellschaft stellt sich nicht die Frage, was Kinder und Jugendliche sehen wollen, wenn sie ins Theater gehen (zumal ihre Eltern oder Lehrer*innen die Aufführung meist mit ihnen zusammen besuchen wollen), sondern warum Kinder und Jugendliche einer anderen Zielgruppe zugeordnet werden als erwachsende Zuschauer*innen: Gibt es irgendetwas, worüber wir mit Kindern und Jugendlichen nicht reden dürfen? Welches sind wiederum die gemeinsamen Themen und Tabus, die uns alle treffen und betreffen?

Mit ihren Kinder- und Jugendstücken („nimmer“ und „Für mich“) erforscht Antje Pfundtner in Gesellschaft die Schnittstellen und Differenzen der jeweiligen Zielgruppen und widmet sich der Frage, wie Erwachsene und Kinder bzw. Jugendliche sich eine Aufführung teilen. Kann eine Aufführung zwei so verschiedene Publika tragen und welches Stück entsteht aus der Koexistenz von Kindern und Erwachsenen?

Die Kinder- und Jugendstücke von Antje Pfundtner in Gesellschaft entlassen ihre Zuschauer*innen mit der zeitlos gültigen Frage: „Wie geht es nach dem Hier und Jetzt weiter?“. Das Alter ist dabei völlig egal.

Was wirst Du nicht genug gefragt? Gemeinsam mit ihrem Team hat die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner bei Kindern und Jugendlichen Antworten auf diese existentielle Frage gesucht – und gefunden. Aus vielen Gesprächen zwischen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern wurde ein Stück. „Für mich“ ist eine Hommage an den Eigensinn, ein Lied auf die Wichtigkeit des Alters und vor allem ein Tanz für die Wut im Bauch und die Schmetterlinge drum herum.

Konzept & Choreografie: Antje Pfundtner
Von und mit: Juliana Oliveira, Norbert Pape, Antje Pfundtner
Dramaturgie: Anne Kersting
Musik: Sven Kacirek
Ausstattung und Kostüme: Yvonne Marcour
Licht: Michael Lentner

„Für mich“ ist eine Produktion von explore dance – Netzwerk Tanz für junges Publikum, einem Kooperationsprojekt von fabrik moves gUG, Fokus Tanz/Tanz und Schule e.V. München und K3 | Tanzplan Hamburg. Es wird gefördert durch TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, sowie die Landeshauptstadt Potsdam und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Fotos

Fotos: Öncü Gültekin

Presse

„Es sind nur gut 50 Minuten, aber die haben es in sich. Mit ‚Für mich‘ hat Antje Pfundtner ein wichtiges Stück für zwei Tänzerinnen und einen Tänzer geschaffen, das sich beileibe nicht nur – aber sicher vor allem – an ein junges Publikum im schwierigen pubertären Alter zwischen 14 und 17 Jahren richtet. Sie greift darin Fragen auf, die man sich insbesondere in dieser Zeit stellt, wo das Leben verheißungsvoll vor einem liegt, aber auch die Sicherheit der Kindheit schmerzlich verlorengeht. Antje Pfundtner befragte kurzerhand ca. 30 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren, was sie so umtreibt. (…). Um es kurz zu machen: Es hat sich gelohnt. Herausgekommen ist ein von Anfang bis Ende für alle Generationen hochspannendes Werk. Denn die zentrale Frage, die Antje Pfundtner Jugendlichen gestellt hat, betrifft auch noch Menschen mit 25, 45 oder 65 Jahren: ‚Was wirst Du nicht genug gefragt?‘ Die Antworten, die sich bei den Jugendlichen daraus ableiteten, prägen den Verlauf des Stücks. (…). Es ist ein bunter Wechsel von Stimmungen, Haltungen, Meinungen, von kreativen Bewegungsabläufen – alleine, zu zweit, zu dritt. Das Publikum – bei der Premiere in Hamburg waren es eine 5. und eine 7. Schulklasse – geht begeistert mit. Mit einem Schlag auf einen Buzzer im Hintergrund setzt Techno-Musik ein, und Norbert Pape beginnt, wild darauf zu tanzen, was sofort einige der Kinder animiert, selbst mitzumachen. Immer wieder geht es um Alternativen, die sich stellen: zusammenbleiben oder auseinandergehen? Ja oder nein? (…). Nicht verpassen!“ Annette Bopp/ tanznetz.de

„Gemeinsam mit jungen Zuschauern Tanz zu gucken, ist anders. Lange vor dem Einlass hallt überdrehtes Gekicher durchs Foyer. Drinnen dann kann von Stillsitzen oder Schweigen keine Rede sein. Eines ist klar: Da ist eine Menge Energie unterwegs – ungebändigt, ungestüm und ungebrochen. (…). Mit Wucht schmeißen sie (die drei Performer*innen Antje Pfundtner, Norbert Pape und Juliana Oliveira) sich in die Konfrontation mit dem Publikum. Sie werfen eigene und fremde, aber immer sehr persönliche Statements in den Raum, provozieren körperliche Nähe, tanzen öden Step-Touch genauso wie den Zahnseide-Tanz aus dem Computerspiel ‚Fortnite‘ (tanz 10/18). Sie kennen die Codes ihrer Zuschauer, irritieren sie mit einem innigen Pas de deux, stellen ungemütliche Fragen. Später queren sie mit weichen Bewegungen und frech rülpsend den Raum, noch später tanzen sie so hoch energetisch, dass es ein paar Jugendliche zum Mitrocken von den Stühlen reißt. ‚Für mich‘ funktioniert extrem gut als Tanz für junge Menschen, weil es so tickt wie das Publikum: hemmungslos, energievoll und durchlässig.“ Katrin Ullmann/ Zeitschrift „tanz“

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